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veröffentlicht von Stephanie 09/2025
Wenn sich Menschen auf den Weg begeben, wollen sie nicht zurück zu Gott. Sondern sie wollen wachsen. Also: Sie wollen nach vorne. Oder?
Religion ist der Versuch, zu Gott zurückzufinden. Wir kommen alle von Gott (denkt ein gläubiger Mensch), denn er hat uns gesandt. Und das Lebensende ist dann der Weg zurück zu Gott. Und in der Zeit, in der wir auf der Erde sind, ist Gott dann bei uns / ihnen.
Es gibt aber auch den Weg hin zu Gott. So denkt man im Buddhismus oder wenn man den mystischen Weg beschreitet (ob wir uns zu Gott hinbewegen, ist natürlich jedem selbst überlassen - es kann auch zurück zum "Allein-Einen" sein).
In beiden Fällen gehen wir davon aus: Wir sind Gotteskinder (oder Kinder einer Einheit), in uns gibt es Gottesfunken (oder: den Funken der Magie, des Geistigen), alles Leben ist Ausdruck der geistigen Welt. In dem Prozess, den wir durchlaufen auf dem Weg, werden wir immer geistiger, bis wir wieder ohne Körper rein geistig sind.
Für mich bedeutet das „Zurück“ zu Gott zurück zu einer Vaterfigur, zurück in Regeln und Gesetze, zurück in „den Käfig“. Und das „Voran“ ist das „Hin“ zur Freiheit, zur Individualisierung, zum So-Sein und das „Hin“ zum „Licht“. Wer religiös ist, glaubt an den unsichtbaren Gott, der alles sieht und – erstaunlicherweise – alles bewertet und dann die Sünden verzeiht.
Die einen suchen nach Fehlern. Sie denken, wenn sie Fehler finden, können sie etwas optimieren. Sie reflektieren ihre Sünden.
Die anderen suchen nach Inspiration. Und für ihre Entscheidungen übernehmen sie allein die Verantwortung. Klingt schön, aber was heißt das denn? Nun, das „sagt sich nicht“, würde Peter lächelnd sagen.
Mein Lehrer Peter Orban wiederholte gerne bestimmte Geschichten. Die Geschichte zu dem Ausspruch: „Es sagt sich nicht!“, geht so:
Es war einmal ein berühmter Heiler. Heute würde man sagen: ein berühmter Coach, ein berühmter „Macher“, ein wirklich patenter Mann, der viel wusste und viel Erfahrung besaß. Er wurde einmal etwas gefragt, das er nicht beantworten konnte. Oder nicht beantworten wollte. Deshalb bat er den, der ihn das gefragt hatte, mit ihm mitzukommen. Sie wollten gemeinsam ein Stück Weg gehen. Sie gingen hierhin, sie gingen dorthin, und auch als sie über die Brücke gingen, wo dem Heiler normalerweise all die klugen Worte kamen, die man mitteilen konnte und die ihn letzten Endes so berühmt gemacht hatten, selbst da konnte er nichts finden, womit er die Frage beantworten konnte.
Da legte der kluge Heiler seinen Arm über die Schulter des Fragenden. Und er sagte: „Es sagt sich nicht.“
Es war einmal ein berühmter Heiler. Heute würde man sagen: ein berühmter Coach, ein berühmter „Macher“, ein wirklich patenter Mann, der viel wusste und viel Erfahrung besaß. Er wurde einmal etwas gefragt, das er nicht beantworten konnte. Oder nicht beantworten wollte. Deshalb bat er den, der ihn das gefragt hatte, mit ihm mitzukommen. Sie wollten gemeinsam ein Stück Weg gehen. Sie gingen hierhin, sie gingen dorthin, und auch als sie über die Brücke gingen, wo dem Heiler normalerweise all die klugen Worte kamen, die man mitteilen konnte und die ihn letzten Endes so berühmt gemacht hatten, selbst da konnte er nichts finden, womit er die Frage beantworten konnte.
Da legte der kluge Heiler seinen Arm über die Schulter des Fragenden. Und er sagte: „Es sagt sich nicht.“
Natürlich gibt es im "All-Einen" kein "Richtig / Falsch". Deshalb darf jeder von uns sein inneres Wachstum entweder religiös (und damit: Rückwärts, zurück zum Ursprung) vollziehen. Oder mystisch (und damit: Vorwärts, hin zum Ursprung).
Aber der Weg ist ein Prozess. Das bedeutet, jeder Heilungsschritt findet statt unter den großen Arbeiten (magnus opum) des Menschen. Er ist, wenn man ihn bewusst geht, ein Heilungsweg.