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veröffentlicht von Susann 08/2025
Körperpsychotherapie - oder auch Leibarbeit genannt - ist eine Form der Körpertherapie, in der es um eine tiefe Begegnung zwischen Individuen geht. Hierbei können vor allem tiefliegende emotionale Blockaden durch intuitive Berührung gelöst werden.
Dabei ist die absichtslose und im Grunde phänomenologische Haltung entscheidend. Es zeigt sich, was sich zeigen will – ohne Leistungsdruck oder Zielerfüllung. Wir vertrauen in den Prozess und hören mit den Händen, wonach der Leib verlangt.
Ich als Beleibende tue nicht, sondern etwas wird durch mich getan. Das ist ein ähnlicher Zustand wie die Stellvertretung bei einer Aufstellungsarbeit, wo sich der Stellvertreter ebenso als Gefäß zur Verfügung stellt und durch ihn etwas offenbar werden kann.
Gehe ich zur Physiotherapie oder Massage, werde ich konkret meinem Anliegen und den jeweiligen Verspannungen behandelt. Der Fokus wird vom Patienten oder zuvor von der Diagnose eines Fachkundigen gestellt und gezielt an diesem Punkt oder Punkten gearbeitet.
Ein Beispiel:
Auf einem meiner Zettel stand zum Beispiel mal Sehnenscheidenentzündung im rechten Handgelenk und die Physiotherapie arbeitete dann mit Wärme- und Kälteanwendung oder auch mit Reizstrom.
Der beste Tipp für mich war damals allerdings, eine andere Maus zu benutzen und weniger die Therapie an sich, die, wie so oft, akut vielleicht Linderung bringt, aber nicht zwingend langfristige Erfolge erzielt, weil in der Physiotherapie die Ursachen in der Regel nicht gesucht werden und ich auch nicht weiß, ob diese Therapien so etwas vollbringen können.
Der beste Tipp für mich war damals allerdings, eine andere Maus zu benutzen und weniger die Therapie an sich, die, wie so oft, akut vielleicht Linderung bringt, aber nicht zwingend langfristige Erfolge erzielt, weil in der Physiotherapie die Ursachen in der Regel nicht gesucht werden und ich auch nicht weiß, ob diese Therapien so etwas vollbringen können.
Wie in meinem Beispiel ersichtlich, gibt es diverse Methoden und Techniken, um mit gezielten Lösungsansätzen eine Verbesserung akuter Beschwerden oder sogar Beschwerdefreiheit zu erreichen. Dabei stehen sich nicht nur Leibarbeit und Physiotherapie gegenüber.
Die Leibarbeit aber verfolgt den Ansatz der Ganzheitlichkeit. Hier wird in tiefere Schichten geschaut. Werden im Rahmen der intuitiven Leibarbeit gespeicherte Gefühle gefunden und gelöst, kann sich die Somatisierung dauerhaft erübrigen.
Ich habe sehr viele Situationen erlebt, indem die Berührungen intensiv wirkten. Auch als Klient: Mir wurden Worte ins Ohr gesprochen, die mich zu Tränen rührten und heilsam waren und. Obwohl ich selbst einige Themen zum Großteil schon (über den Kopf) verstanden hatte, durfte das Verstehen durch die Leibarbeit noch weitergehen. Und oft resultierte aus einer Leibarbeit der Weg für mich tiefer hinein in die Ursachen: Ich besuchte verschiedene Familienaufstellungen, kehrte aber stets auch zur Leibarbeit zurück, und alte Wunden, die sich auftaten, wurden geheilt. Gerade die Leibarbeit schaffte es, tiefliegende Energien aus mir herauszuholen.
In einer Übungsrunde tat mir plötzlich stark der Rücken weh, so dass ich mich auf den Bauch drehen musste und es fühlte sich an, als ob dort etwas drinsteckte. Man entfernte diese „Spitze“ und der Schmerz verschwand.
Wo fange ich an und wo hörst du auf?
Beim Leiben geht es genau um dieses Ineinanderfließen und das damit verbundene Verschwimmen der Grenzen von Ich und Du. Es wird ein Wir.
Beide Seiten lernen sich kennen, respektieren und vertrauen sich auf eine Art, die oftmals mit Worten nicht zu beschreiben ist. In dieser Tiefe geschieht Heilung.
Ich empfehle sowohl bei Aufstellungs- als auch Leibarbeit es selbst zu erfahren, da der Kopf allerhand (leider nicht im Wortsinne...) zu tun hat, diese Dinge einzuordnen. Wir heilen aber auch anders als nur mit dem Verstand.
Seit 1,5 Jahren leibe ich und ich kann sagen, wer bereit ist sich mit Haut und Haar einzulassen und zu berühren, bekommt sehr viel zurück.
Wie Karlfried Graf Dürckheim so schön zu sagen pflegte:
„Ich bin da, ich nehme wahr. Es gibt nichts zu verstehen und es gibt nichts zu tun.“